gestern live im Mousonturm, Frankfurt: DINOSAUR JR. – Gitarrensoli sind J. Mascis nicht peinlich…

… aber etwas anderes als seine Finger zu bewegen, das mag das wunderliche Urgestein wohl nicht so gern.

Der Mousonturm war gut voll, vielleicht ausverkauft, keine Ahnung.
Und nachdem ich die zwo Comeback-Alben „beyond“ und „farm“ der äh einstigen Indierock-Innovatoren so sehr mag (und die alten Sachen eh), war es mir ein Riesenanliegen, den legendären J. Mascis und seine DINOSAUR JR. endlich einmal live zu sehen.

Doch, doch, den lärmigen, gniedeligen, herrlich melodieverliebten unvergleichlichen Gitarrenstil und die weinerliche Stimme des alten Weissharigen Schrats finde ich schon sehr besonders.
(Und wer ernsthaft mit dem Gedanken spielt, sich die neue „fork in the road“ von Neil Young zuzulegen, sollte, finde ich, lieber zu „farm“ von DINOSAUR JR. greifen. Die bessere Platte.)

Murph und Lou an Trommeln und Bass verhielten sich halbwegs lebhaft. Eigentlich ziemlich lebhaft. Es gab viele Bewegungen und Regungen und das eine oder andere Wort zum Publikum.

Aber J. Mascis. Steht -bis auf die Finger- fast komplett reglos vor einer riesen Wand aus Marshalls, vor sich ein riesen Brett mit Effektpedalen und gniedelt und lärmt einfach ganz begnadet und ganz wundervoll.
So dass man ihm die phlegmatische Art verzeit. Aber öfter brauche ich DINOSAUR JR. nun nicht live sehen. Die Platten reichen mir vollkommen.

Dabei war das Konzert nicht mal schlecht. Ich fands ja direkt nett, dass auch ein alter Riesenhit wie „freak szene“ den Fans nicht vorenthalten wurde. Da gingen dann auch ein paar Hände in die Höhe, aber sonst erschien mir die Begeisterung eher mittel. Obwohl: hitverdächtiges zeugs wie „i dont wanna go there“ kam noch ganz gut an.

Eine einzige Botschaft, eine einzige, sandte der bewegungs- und wortlose Gitarrenheld dann doch noch aus, und die konnte man, nein, nicht in seinem Gesicht, sondern auf seinem T Shirt lesen.

Dort prangte nämlich das Cover von „over the edge“ von den WIPERS.
Ein Anreiz für mich, mir diese klasse, klasse Platte mal wieder anzuhören. So ein alltime Favorite. Man vergisst einige Jahre, dass man sie im Regal stehen hat, und wenn man sie dann mal wieder auflegt denkt man mein gott, ist die geil.

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3 Antworten auf gestern live im Mousonturm, Frankfurt: DINOSAUR JR. – Gitarrensoli sind J. Mascis nicht peinlich…

  1. Apollo Surfer sagt:

    Begeisterung klingt für mich aber anders!!!

  2. Honi sagt:

    ich war gestern auch im Mousonturm und ehrlich gesagt sehe ich das alles genauso wie du.
    Lediglich der Absatz von wegen „ziemlich lebhaft“ empfinde ich als leicht übertrieben. Das Auftreten war das, was mich etwas enttäuscht hat. Ansonsten, es war okay. Aber nichts was noch 3 mal sein muss.

  3. frater aloisius sagt:

    Hi Apollo und Hi Honi, nee, so begeistert war ich echt nicht. Na okay, Honi, so superlebhaft waren Lou und Murph tatsächlich nicht. Aber halt etwas agiler als J.

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