Aus einem Bus voller Omas gestürzt!

37th steps777 ausschnitt

von Frater Aloisius

Na, das war ein Tag, damals vor etwa 8 Jahren! Ein Sonntag in Frankfurt. Bibi und ich mussten mit dem Bus von Bornheim nach Praunheim/Hausen fahren. Ein sonniger Sonntagmittag, und während wir auf den Bus warteten, holten wir uns beim Kiosk, also beim Wasserhäusi, wie der Frankfurter sagt, etwas zu Trinken. Bibi ne Limo, und ich, aus einer übermütigen Laune heraus und obwohl es am helllichten Tag sonst keineswegs meine Art ist, entschied mich für eine Dose Bier.

Ein schäbiges, asoziales Dosenbier, mitten am heiligen Sonntagmittag.

Der Bus kam und wir machten es uns hinten auf einem Viererplatz bequem, wobei ich mich wohl etwas verkorkst-gemütlich hinsetzte: Ein Bein hoch, angewinkelt unter das andere geklemmt, und mit dem nicht eingeklemmten Fuss in der Luft schaukelnd. Eine Hand um Bibis Schulter, die andere an der Bierdose.

Es war eine Buslinie, die wohl an einem Friedhof vorbeiführte. Dies bedeutete, dass in großer Zahl einzelne, ältere bis hochbetagte Damen mitfuhren. Niemand sonst fährt sonntags mittags Bus, wenn nicht zum Friedhof.

Stadtteil Hausen! Wir mussten raus. Als ich mich aus meiner lässigen Sitzhaltung entknotete und durch den Gang zum Ausgang lief (hinter Bibi), stellte ich fest, das mein Bein eingeschlafen war, aber wie!!!! Ich konnte kaum laufen, ein unangenehmes Gefühl: Es kribbelte scheusslich aber jegliche Kraft war aus dem Bein gewichen! Da stakste ich den Gang entlang mit meinem Dosenbier wie Kapitän Ahab, der dem Weissen Hai seine Holzprothese zu verdanken hat, übers Deck bei Sturm und Seegang. Es war übrigens kein moderner Niederflurbus, sondern das höher gebaute Vorgängermodell, wo es zur Tür ein Treppchen herunter geht.

Und dieses Treppchen fiel ich hinab! Richtig spektakulär donnerte ich aufs Trottoir! Schepper!, Bier spritzt, 20 Greisinnen schauen zu mir, Bibi dreht sich um und lacht los, wundert sich, dass ein einziges Bier mich so ausgeknockt haben soll!! Ich nahm das unschuldige Getränk in Schutz und klärte sie über das eingeschlafene Bein auf!

Ham wir gelacht. Sowas peinliches!

Werktags hätte das kein Fahrgast gross bemerkt, Werktags fährt allerhand verrücktes Volk mit Bus und Bahn. Aber Sonntags mittags ist das anders. Was für ein verkommenes Bild der Jugend bot ich den versammelten Witwen. Bei der nächsten Busfahrt saß ich gerade und trank Limo.

getraenke2

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Eine Antwort auf Aus einem Bus voller Omas gestürzt!

  1. aloisius sagt:

    Stimmt, Venden, die kleine Moby Dick-Fälschung war ein Test und geschah absichtlich. „Hai“ klingt einfach spannender und wirft in meinem Bericht ein cooleres Licht auf die Hauptperson 😉
    gruss, Aloisius

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