Mein erstes Rockkonzert:

…Ina Deter trat dort auf und die Anarcho-Truppe Schröders Roadshow, sowie als Kabarett-Einlage, das vorläufige Frankfurter Fronttheater.

Papa fuhr Enzo, Metin und mich hin. Das rechne ich ihm auf immer und ewig hoch an. 12 waren wir da.

Veranstalter des Konzerts war eine damals relativ neue Freak-Partei, die im Bundestag strickte und Blumen an ihre Plätze stellte und von denen einer mit Turnschuhen bei seiner Vereidigung für einen Skandal sorgte. Das ist lange her.

Seltsamer Zufall: In meiner heutigen Heimat Bad Homburg klebt, wie mir einmal auffiel, auf einem Laternenpfahl vor dem Kreiskrankenhaus ein AUFKLEBER dieses Konzerts, identisch mit dem Ticketmotiv. Ein Aufkleber, der sich seit 26 Jahren an einer Laterne hält und mich an meine Kindheit oder frühe Jugend erinnert. Verrückt, oder?

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9 Antworten auf Mein erstes Rockkonzert:

  1. das ist ja wirklich eine sonderbare sache, ist der kleber so toll und „bombenfest“, wacht ein kleiner geist auf diesen aufkleber…, auf alle fälle ein verrückter umstand, der dich immer wieder auf die zeitreise schickt.
    muß mal überlegen, welches mein erstes rockkonzert war…, auf besagtem konzert war ich zwar nicht, doch ina deter und das fronttheater habe ich früher auch gesehen und gehört.

  2. Frater Aloisius sagt:

    Hi Bembel, echt, Du mochtest die auch? Ich glaube, Ina Deter hatte 99 Przent weibliche Fans. Aber wir sind schonmal 2!

    Was die Grünen da wohl für einen (Gift-)Klebstoff verwendet hatten, bei dem haltbaren Aufkleber???

    viele gruesse
    frater aloisius

  3. jaja, das ich das ein oder andere von der ina deter mochte, führte selbst bei den weiblichen fans manchmal zu erstaunen. doch zu deiner beruhigung, ich kenne noch andere männer, die ebenso dazu zu zählen sind, vielleicht kommen wir so auf 2% männlicher fans ;-?

  4. frater aloisius sagt:

    Hi Bembelkandidat, sie hatte halt was auf dem Kasten UND hat wirklich gute Musik gemacht.
    Allerdings: was ich von ihr auf Platte hatte, ist mittlerweile trotzdem auf dem Flohmarkt gelandet…

  5. frater aloisius sagt:

    Hallo Twinmom, obwohl dies hier „weblog“ heisst, ist es halt doch weniger mein „Tagebuch“ als vielmehr meine „Autobiografie“ – hähähä!!!
    Ausserdem: Vor 23 oder vor 15 oder vor 10 Jahren, als die Vergangenheit noch Gegenwart war, KONNTE ich die coolen Stories ja noch nicht veröffentlichen. Daher MUSS ich es nun nachholen.
    gruss,
    frater aloisius

  6. marcc sagt:

    Mein erstes Konzert war nicht meins. Meine Eltern hatten Karten für ein OpenAir in – ja, bitter – Offenbach mit Joan Baez, Bob Dillon und Santana. Warum ich da mit musste: a) sie meinten wohl wirklich mir Popkultur nahe zu bringen und b) sie wollten mich (ich glaube ich war 15) nicht den Samstag über alleine zuhause lassen.
    Sie boten mir aber an daheim bleiben zu können, wenn ich ihnen die 40 DM für die Karte geben könnte. Ich weiß nicht mehr ob das ernst gemeint war, aber das konnte ich natürlich nicht.

    Und so saß ich dann am Bieberer Berg und nachdem die einzig gute Band für mich damals – die Vorgruppe waren die Rodgau Monotones – weg war kam nur noch Murks. Ich bin bis heute nicht mit Santana und Folk warm geworden.

    Wohlbehütet aufgewachsen, eher lieb und zurückhaltend und keine Halle in DA gab, kam ich auch nicht in andere Konzerte. Was jetzt auch nicht wirklich schlimm war, ich musste mich deswegen nicht entleiben. Aber so kam es, dass mein erstes Konzert 1995 Doro Pesch im Kieler „Max“ war.

  7. Frater Aloisius sagt:

    Hallo Marcc, vielen Dank für den Comment, ich liebe solche Geschichten (und generell den Themenkomplex „Sozialisation mit Popmusik oder Großwerden in den
    70ern und 80ern“)
    Also ich finde, der Ansatz Deiner Eltern war äusserst löblich. (Obwohl das mit den 40 Mark natürlich fies war!) Aber, hey, Bob Dillan! Welch eine Gelegenheit!

    Im etwa gleichen Alter wollte ich übrigens auch mal zu den Rodgau Monotones, hatte sogar schon die Karte, dann heiratete plötzlich ein Cousin von mir am gleichen Tag und ich MUSSTE mit!! GRRR! Habe die Karte dann auf der Schule jemandem verkauft.

    Nach dem Lesen deines Kommentars finde ich, ich habe meine Geschichte viel zu kurz gehalten.
    Das hätte mehr hergegeben.
    Mein Vadder wollte uns nämlich keineswegs die Popkultur näherbringen, sondern ging aus reiner Selbstlosigkeit mit (und schlief solange im Auto). Er gehört schon zeit seines Lebens zu dieser Sorte, denen Rockmusik fremd ist. Noch heute führen wir
    -im spaß- solche Diskussionen, in denen er sagt „diese Rock+Popmusik hat solch einen geringen Tonumfang und ich höre da nur BUMBUMBUM“ und ich erwidere: „sie WILL ja auch etwas gänzlich anderes als Dein Barockzeugs…“

    Doro Pesch finde ich übrigens sehr lustig, ich habe sie mir mal umsonst und draussen auf der Frankfurter Hauptwache angehört!

    viele gruesse
    Frater Aloisius

  8. marcc sagt:

    Würde Doro nur Musik machen und nicht so seltsame Ansagen auf den Konzerten und in Radio- oder Fernsehinterviews nicht mit einem so gepresst klingenden Duktus sprechen, dann käme man viel weniger in Rechtfertigungszwänge, ihre Musik zu mögen. 😉

    Das gemeine damals war auch noch, dass mir verkündet wurde ich müsste da mit und in der ARD damals das erste Mal ein James Bond (Liebesgrüße aus Moskau) gezeigt wurde. Und ich saß im Freien und musste Bob Dylan jaulen hören. Dessen Programm übrigens nur aus der Zugabe bestand. Denn er sang drei Lieder und ging von der Bühne. Als nach den Zugabe-Forderungen er wieder da war, klampfte er erst los.

  9. frater aloisius sagt:

    hi marcc, Bob Dylan gehört zu den Legenden des Rock-Olymp, die zu sehen mir leider noch nicht vergönnt war. Aber was man so über ihn hört und liest, deckt sich ziemlich genau mit deiner Beschreibung dieses scheuen Griesgrams. Du wurdest gezwungen, hattest keinen Bock, Bob jault rum: vielleicht hatten Bob und Du etwa die gleiche Laune an diesem Tag! :-)))

    Doro ist halt mehr so der kumpelhafte Typ, oder? Sie ist der weibliche Wolfgang Petry des Heavy Metal!!
    viele gruesse
    frater aloisius

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