Kesse Zahnarztsprüche, Folge 1: Der Dübel

Hallo und viele Grüsse aus der Schmerzenshölle.

Dieser Tage habe ich einen bösen Zahn, der mich schon seit geraumer Zeit, einem kleinen Dämonen gleich, gepiesackt hatte, gezogen bekommen.
Es war nur eine Sache von ein paar Minuten und inzwischen fühle ich mich fast wieder prächtig und vermisse den elendigen Sauhund kein bisschen. Dennoch waren dies keine angenehmen Minuten, die ich durchlitt und während deren Verlauf die Zahnärztin meines langjährigen Vertrauens zu immer groteskeren Werkzeugen griff und an dem perlmuttweissen, goldbeschirmten Gesellen in meinem Munde nur so rüttelte und riss, dass es eine Art hatte!
Eins der Werkzeuge sah tatsächlich aus wie ein spitzer Schraubenzieher, die anderen eher zangenähnlich.

Im Verlauf der schauerlichen Prozedur lies Frau Doktor in ihrer unnachahmlich trockenen Art folgendes Sprüchlein vom Stapel:

„Hach Herr Frater, die Zahnwurzeln sind manchmal geformt wie Dübel!“.

Oh mein Gott, dachte ich da und fürchtete kurz, mir würde vielleicht der komplette Kiefer mit dem üblen Zahn aus dem Kopf gerissen werden, so wie man jedes Mal ein Stückchen Wohnzimmer einreißt, beim Versuch, einen Dübel aus der Wand zu holen.

Nach diesem Bonmot ging alles ganz schnell und raus war der Prachtkerl. Lachen durfte und konnte ich über den plastischen Vergleich ja nicht, aber durch meinen unterdrückten Lachanfall stieß mein Körper den verdorbenen Beisser vermutlich vollends ab.
(Wie das Sprichwort sagt: „Mir fallen schon die Bröckchen aus dem Gesicht vor Lachen“)
Ja, ja, der Dalai Lama und der Frater Aloisius wissen:
Lache, und du vermagst Berge zu versetzen.

Pech im Unglück: Diesmal presste übrigens die Sprechstundenhelferin leider ausnahmsweise einmal nicht Ihren wohlgeformten Busen an mein wehrloses schreckensstarres Antlitz, so wie sie das sonst beim Halten von allerhand Horrorutensilien immer zu tun pflegt und was auf mich im Zusammenspiel mit den chemischen Wunderkräften der Betäubungsspritzen eine gewissermaßen trostspendende Wirkung entfaltet.
Ohne Scherz! Der Mensch ist sehr komplex und Chemie allein ist eben nicht alles!
Vielleicht beim nächsten Mal wieder. Jetzt also fleißig Süßes futtern, was 😉

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5 Antworten auf Kesse Zahnarztsprüche, Folge 1: Der Dübel

  1. Tibo sagt:

    Schön, das kenn ich alles nur zu gut, insbesondere das erwähnte wohlgeformte Anxiolytikum der Sprechstundenhelferin, das ja wohl definitiv Kassenleistung sein sollte. Mir war außerdem noch intravenös ein Scheißegalmittelchen verabreicht worden, unter dessen Einfluss an Unterdrückung jeglichen Lachreizes während der Behandlung und noch Stunden später nicht mehr zu denken war – hab mich erschreckenderweise köstlich amüsiert während der Prozedur, ich wundere mich heute noch über den erfolgreichen Verlauf 😉

  2. frater aloisius sagt:

    Hallo Tibo, erstmal willkommen zurück , alter Bloggkollege (wenn Du DER Tibo bist – ansonsten auch willkommen)

    Mit Anxiolytikum hast du DAS perfekte Fremdwort geliefert, das mir gefehlt hatte! Und Kassenleistung!!! Ich hab mich schlappgelacht, (AUA, das tut echt weh.)

  3. Tibo sagt:

    Ich komme nur noch selten dazu, mich in Kommentaren als regelmäßiger Leser zu outen, aber meinem Feedreader entgeht nix 😉

  4. also wirklich auch mal was zum schmunzeln … nett.

  5. frater aloisius sagt:

    danke, Zahnmännchen, für diesen Comment sozusagen von der anderen Seite! Hoffentlich haben Ihre Sprechstundengehilfinnen das nicht gelesen! 😉

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